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Die Wertschöpfung der Bauteilreinigung nimmt zu

: FiT


Dass der FiT mit dem Programm der 27. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung Antworten auf wesentliche Fragen von Anwendern geboten hat, verdeutlichen Kommentare der 142 Teilnehmer wie „Ein sehr guter Mix relevanter Themen für den Bereich der industriellen Bauteilreinigung“. Denkanstöße boten darüber hinaus die Vorträge der Session QSREIN 4.0 – Chancen für die Reinigungstechnik.

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Die weiter steigende Bedeutung der Bauteilsauberkeit als Qualitätskriterium und Wertschöpfungsfaktor erfordert es, Optimierungspotenziale im Reinigungsprozess auszuschöpfen. Die Fachtagung zeigt dafür Wege auf.

Die weiter steigende Bedeutung der Bauteilsauberkeit als Qualitätskriterium...

Bei der 27. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung am 15. und 16. März 2018 in Ulm informierten sich 142 Teilnehmer über Grundlagen, Optimierungspotenziale und Innovationen in diesem Bereich der Fertigung. Die von der fairXperts GmbH & Co. KG organsierte Veranstaltung des Fachverbands industrielle Teilereinigung e. V. (FiT) verzeichnete damit so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Kein Wunder, spielt die Bauteilreinigung doch in allen Branchen als Qualitätskriterium und Wertschöpfungsfaktor eine zunehmend wichtigere Rolle. Die Gesamtbewertung der Tagung mit der Note 1,6 sowie durchweg positive Kommentare der Teilnehmer zu Programm, Qualität der Vorträge und Veranstaltungsort belegen, dass der FiT als Navigator der Bauteilreinigung den Nerv der Anwender und der Branche getroffen hat. Gleichzeitig untermauert die hohe Zustimmung die führende Stellung der Fachtagung als Wissensquelle zur industriellen Bauteilreinigung. Hoch zufrieden äußerten sich auch die 22 ausstellenden Unternehmen über ihre Teilnahme.

Erfahrungsberichte zur Prozessoptimierung

Den Rahmen des Programms bildeten die vom FiT erarbeiteten Leitlinien für eine qualitätssichernde Prozessführung in der Bauteilreinigung. Im Auftaktvortrag präsentierte Kerstin Zübert (Hermann Bantleon GmbH), durch welche Maßnahmen und Veränderungen im Fertigungsprozess es einem metallverarbeitenden Betrieb gelang, Sauberkeitsanforderungen wie „kein Partikel größer 150 µm“ sowie ölfreie, montagefertige Bauteile prozesssicher und effizient umzusetzen. Ausgehend vom bisherigen Reinigungskonzept, bei dem die Entfettung in Großgebinden intern und die Feinreinigung extern durch einen Dienstleister erfolgte, stellte Frank Repenning (Progress Werke Oberkirch AG) die Optimierung der Lieferkette durch
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Die Möglichkeit zum Dialog mit den ausstellenden Unternehmen wird während der Fachtagung rege genutzt.

Die Möglichkeit zum Dialog mit den ausstellenden Unternehmen wird während...

einen unternehmensspezifisch ausgelegten Reinigungsprozess vor. Stationen dabei waren die Entwicklung eines Reinigungsmagazins sowie die Investition in ein neues Reinigungssystem mit Teileausgabe in einen Sauberraum. Mit den Ursachen, Folgen und der Vermeidung von mikrobiologischen Verunreinigungen in der Prozesskette beschäftigte sich der Vortrag von Michael Brust (Thor GmbH). Über die Auslegung und Realisierung eines neuen Reinigungskonzepts für die Lösemittel-Reinigung und -Konservierung von Stanz- und Umformteilen für die Automobilindustrie berichtete Michael Kuppinger (Steel Automotive GmbH). Er zeigte auf, welche Aspekte hinsichtlich Chemie, Anlagentechnik, Teilehandhabung, Lösemittelaufbereitung, Bedienerfreundlichkeit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen waren. Jörg Ihde (Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung IFAM) beleuchtete in seinem Vortrag die Inline-Reinigungsverfahren Plasma-; CO2-Schneestrahl- und Laserreinigung für sichere Klebeprozesse. Er informierte über typische Einsatzbereiche, Materialien sowie die Stärken und Schwächen der einzelnen Verfahren. Das Hochdruckwasserstrahlen als Reinigungs- und Entgratverfahren für unterschiedliche Anwendungsgebiete von der Automobilindustrie über Hydraulik und Pneumatik bis zur Medizintechnik stellte Matthias Wadle (Piller Entgrattechnik GmbH) vor.

Mit ihren Tagungsunterlagen erhielten die Teilnehmer auch einen ersten Entwurf der neuen FiT-Richtlinie „Filmische Verunreinigungen beherrschen“, die vom FiT-Arbeitsausschuss Messen, Prüfen und Steuern erarbeitet wurde. Im Vortrag dazu informierte Michael Flämmich (VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH) über den Stand der Dinge, den Inhalt und die Ziele dieser neuen Handlungsempfehlungen. Ergänzend dazu berichtete Wolfgang Schmitt (DODUCO Solutions GmbH) aus Anwendersicht über die Motivation, an der Ausarbeitung
der Richtlinie mitzuarbeiten. Eine Übersicht über den Stand der Technik zu Messtechnik und -größen für die Überwachung der Ultraschall-Wirkungskette bot der Vortrag von Thomas Dreyer (Weber Ultrasonics AG) und Markus Windisch (Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV). Lösungen für die produktionsnahe Überwachung von partikulären Verunreinigungen auf Bauteilen und im Fertigungsumfeld durch schnelle Messtechnik stellte Markus J. Heneka (RJL Micro & Analytic GmbH) vor.

Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete das Innovationsforum Bauteilreinigung mit sechs Vorträgen. Anbieter aus den Bereichen Reinigungsverfahren, Messtechnik für die Kontrolle der partikulären und filmischen Sauberkeit, Wasseraufbereitung und Filtration präsentierten dabei neue Lösungen und Services.

QSREIN 4.0 – Chancen für die Reinigungstechnik

Der zweite Tag stand im Zeichen der Digitalisierung und begann mit einem Vortrag zum Thema „Smart Factory – Wo geht es hin“? Jochen Leppert (Staufen Digital Neonex) stellte dazu Industrie 4.0 Innovationsansätze in den Bereichen cyber-physische Systeme, Assistenzsysteme sowie Technik- und Prozessinnovationen vor. Außerdem informierte er anhand von Beispielen über realisierte Lösungen in verschiedenen Industriebereichen. Um die Verknüpfung von Grundlagenforschung und Anwenderorientierung ging es im Vortrag von Prof. Lothar Schulze (stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FiT) und Robert Huber (Pero AG) zum FiT-Forschungsprogramm QSREIN 4.0. Besprochen wurden dabei die Zielpräzisierung, Erkenntnisse aus der industriellen Praxis, Vorschläge aus der Anlagentechnik und Lösungsansätze sowie die Vorschläge für ein Forschungskonzept. Ergänzend riefen sie die Teilnehmer zur Mitarbeit auf. Welche Möglichkeiten vorhandene Lösungen bieten, um die Prozessstabilität und Anlagenverfügbarkeit in der Bauteilreinigung durch eine wissensbasierte Prozessführung zu erhöhen, stellten Joachim Schwarz und Thomas Gutmann (beide MAFAC E. Schwarz GmbH & Co. KG) sowie Roland Denefleh (SEW-Eurodrive GmbH & Co. KG) anhand
eines realisierten Beispiels bei SEW-Eurodrive vor. Unter dem Motto „Eine moderne Anlage zur Teilereinigung überwacht, kommuniziert und greift ein“ präsentierte Robert Huber (Pero AG) ein Praxisbeispiel aus der Medizintechnik. Er legte dar, welche Optimierungspotenziale durch die Erfassung verschiedener Parameter im Reinigungsprozess ausgeschöpft werden können. Denkstöße bot auch der Vortrag von Prof. Andreas Syska (Faszination Produktion) mit seinem Referat „Jenseits von Industrie 4.0“. Er ließ die Teilnehmer dabei an der Vision einer digitalen und sozialen Marktwirtschaft teilhaben, die dem Menschen dient, und warf gleichzeitig einen kritischen Blick auf die möglichen negativen sozialen und beschäftigungsbezogenen Auswirkungen durch Digitalisierung und Vernetzung.

Die nächste Fachtagung Industrielle Teilereinigung findet am 15. und 16. März 2019 im Donausaal der Messe Ulm statt.
Die weiter steigende Bedeutung der Bauteilsauberkeit als Qualitätskriterium und Wertschöpfungsfaktor erfordert es, Optimierungspotenziale im Reinigungsprozess auszuschöpfen. Die Fachtagung zeigt dafür Wege auf.
Die Möglichkeit zum Dialog mit den ausstellenden Unternehmen wird während der Fachtagung rege genutzt.


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