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Bauteilsauberkeit stabil sichern – so geht‘s

: FiT


101 Teilnehmer zogen die Themen der 24. Fachtagung „Industrielle Bauteilreinigung“ nach München. Nicht verwunderlich, gewinnt die Bauteilreinigung als qualitätsentscheidender Fertigungsschritt immer mehr an Bedeutung. Unter dem Leitspruch „Qualität erzeugen statt erprüfen – Bauteilsauberkeit stabil sichern“, informierten die Vorträge der Tagung des Fachverbands industrielle Teilereinigung e. V. (FiT) über innovative Lösungen und Erfahrungsberichte zur Prozessoptimierung.

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Das Programm der 24. Fachtagung Industrielle Bauteilreinigung am 12. und 13. März in München orientierte sich in diesem Jahr an den vom FiT erarbeiteten Leitlinien für eine qualitätssichernde Prozessführung in der Bauteilreinigung. Entsprechend standen Vorträge zu den Grundsätzen und Regeln aus Sicht Chemie/Verfahren, Anlagentechnik, Messen/Prüfen und Steuern auf der Agenda. Die zweitägige Veranstaltung des FiT scheint mit diesen Themen den Nerv der Anwender und Branche getroffen zu haben, denn mit 101 Teilnehmern stieß sie auf ein ausgesprochen großes Interesse.

Reinigerkompendium, innovative Lösungen und Erfahrungsberichte

Im Auftaktvortrag der Session Chemie und Verfahren präsentierte Ulrike Kunz, Leiterin Technical Centre bei der Surtec Deutschland GmbH, das Konzept eines branchen- und herstellerübergreifenden Reinigerkompendiums. Ziel dieses Werkes ist die Unterstützung von Anwendern bei der systematischen Auswahl von Chemie und Reinigungsverfahren – sowohl bei der Neugestaltung als auch der Anpassung von Reinigungsprozessen. Um die Optimierung temporärer Korrosionsschutzsysteme in der Prozesskette ging es im Referat von Roland Jung und Kerstin Zübert, Hermann Bantleon GmbH. Es wurden die Vor- und Nachteile öliger und wässriger Lösungen gegenübergestellt. Darüber hinaus informierte der Vortrag über das Wirkprinzip, Einsatzgebiete und Grenzen von VCI-Materialien.

Unter dem Titel „Best Practice in der Lösemittelreinigung“ beleuchtete Michael Onken, Market Development Manager bei der Safechem Europe GmbH die bei der Auswahl des richtigen Lösemittels – Chlorkohlenwasserstoffe, Kohlenwasserstoffe
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und modifizierte Alkohole – wichtigen Kriterien. Mit der Reinigung vor dem Beschichten von Medizinelektronik und Implantaten beschäftigte sich der Beitrag von Dr. Helmut Schweigart, Leiter Technologieentwicklung bei Zestron Europe. Er informierte die Teilnehmer über die für beschichtbare Oberflächen erforderliche Sauberkeit und die Reinigungstechnologien, mit denen sich diese stabil und wirtschaftlich erreichen lässt. Seinen Einführungsvortrag der Session Messen, Prüfen, Analysieren stellte Professor Lothar Schulze, Geschäftsführer der SITA Messtechnik GmbH und Vorsitzender des Fachausschusses Reinigen im FiT unter den Titel „Qualitätslenkung in der Bauteilreinigung: Herausforderung an Mess- und Prüftechnik“. Er machte deutlich, dass für eine stabile Sicherung der Bauteilsauberkeit eine Verknüpfung der Ergebnisse der Sauberkeitskontrolle mit der Prozessführung sowie ein regelmäßiges Überwachen der Prozessmedien unverzichtbar sind. Mit VIDAM (Vakuum-Induzierte Desorptions-Analyse-Messgerät) stellte Dr. Michael Flämmich, Leiter Forschung und Entwicklung bei der VACOM Vakuum Komponenten und Messtechnik GmbH, eine Lösung zum Nachweis und zur Identifikation von filmischem Restschmutz vor.

Mit Beschichtungsfehlern durch mangelhafte Reinigung sowie der Fehleranalyse mit den oberflächenanalytischen Verfahren Photoelektrononenspektroskopie (XPS) und Sekundärionen-Flugzeitmassenspektrometrie (TOF-SIMS) beschäftigte sich Dr. Andreas Schäfer, Geschäftsleiter Bereich Analytik-Dienstleistungen bei der Nano-Analytics GmbH. Dabei erläuterte er an verschiedenen Beispielen die Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren. Das Qualitätskriterium Bauteilsauberkeit im prozessorientierten Ansatz beleuchtete Dr.-Ing. Markus Rochowicz vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Thematisiert wurden im Vortrag die Bedeutung der Sauberkeit
in der Fertigung, der Umgebung und Reinigungsanlagen. Professor Katja Mannschreck, Dürr Ecoclean GmbH und Hochschule Heilbronn, informierte in ihrem Einführungsreferat in die Session Verfahrens- und Anlagentechnik über die wesentlichen Kriterien bei der Auswahl der optimalen Reinigungstechnik. Was bei wässrigen Reinigungssystemen, die zur Entfernung partikulärer und filmischer Verunreinigungen bei Präzisionsbauteilen eingesetzt werden, zu beachten ist, thematisierte Thomas Gutmann, Leitung Customer Support bei der MAFAC Ernst Schwarz GmbH. Wege, wie das individuelle Reinigungsziel prozesssicher und wirtschaftlich erreicht werden kann, zeigte Walter Mück, Marketing bei der Pero AG auf. Daniel Schmidt, Ansprechpartner für Technische Sauberkeit, Abteilung Cleancon, bei der Arnold Umformtechnik GmbH, informierte in seinem Best-Practice-Vortrag, aus Anwendersicht durch welche Maßnahmen sich definierte Sauberkeitsanforderungen in der Verbindungtechnik umsetzen lassen.

Ergänzend zu den Referaten fand ein Expertenforum zum Thema Bauteilsauberkeit stabil sichern durch Qualitätslenkung und das Beherrschen von Reinigungsprozessen statt. Dabei diskutierten Teilnehmer Referenten und Aussteller sehr angeregt über das derzeitige Niveau in der industriellen Reinigungstechnik, die Erwartungen der Teilehersteller, die Ziele der Anbieter und erforderliche Innovationen.

„Ich bin mit der Erwartung zur Fachtagung gekommen, einen bunten Strauß an Wissen und Erfahrungen zu sammeln. Als Dienstleister in der Oberflächentechnik werden wir mit immer höheren Anforderungen an die Bauteilsauberkeit konfrontiert, das Thema Feinstreinigung bekommt ebenfalls stetig mehr Gewicht. Für mich waren die Präsentationen zur Mess- und Analysetechnik in den Bereichen Badüberwachung und Sauberkeitskontrolle besonders interessant, insgesamt hat sich die Teilnahme für mich absolut gelohnt“, so das Fazit von Egbert Linn, Betriebsleiter bei der Dieter Henze GmbH. Ein ebenso gutes Resümee zogen praktisch alle Teilnehmer, dies war neben den positiven Kommentaren an der Bewertung der Tagung mit der Gesamtnot 1,8 ablesbar. Zufrieden zeigten sich auch die 18 Unternehmen, die bei der fachbegleitenden Ausstellung Produkte und Dienstleistungen präsentierten.


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